Die Gala zum Deutschen Radiopreis 2013

Die Gala zum Deutschen Radiopreis 2013

von Kathrin Otto

Ein Grollen, ein leichtes Blitzen und dann ein grelles LED-Strahlen - so beginnt dieser Abend im Schuppen 52 im Hamburger Hafen - zur Verleihung des vierten Deutschen Radiopreises. Am DJ-Pult eröffnet ihn einer der großen Gäste: Paul van Dyk. Zu elektronischen Klängen serviert er den etwa 1.000 Gästen im Saal bewegende Radiomomente des vergangenen Jahres: Auftritte der beiden Kanzlerkandidaten, Berichte von Opfern der Jahrhundertflut, Jubel nach einem Tor von Borussia Dortmund oder die ersten offiziellen Worte des neuen Papstes. So macht er gleich zu Beginn noch einmal klar, wobei es im Radio vor allen Dingen geht: emotionale Momente.

Paul van Dyk auf der Bühne beim Deutschen Radiopreis 2013. © NDR Foto: Sebastian Gerhard

Paul van Dyk live beim Deutschen Radiopreis 2013
Paul van Dyk gehört zu den internationalen Star-DJs. Bei der Radiopreis-Gala 2013 widmete er sich besonderen Radiomomenten und lieferte eine spezielle Showeinlage.

Ein gefühlvoller Abend

Und diese Emotionen lassen sich auch an diesem Abend in der Halle immer wieder miterleben: Natürlich nicht nur, wenn Moderatorin Barbara Schöneberger sich an das Vorjahr erinnert, in dem Robbie Williams ihren Babybauch küsste. Sondern erst recht dann, wenn Laudatoren mit glänzenden Augen erklären, warum Radio für sie so wichtig ist und wie lange sie dieses Medium schon begleitet - etwa als Quelle für eigene Mix-Kassetten oder als erster aufregender Job im jugendlichen Alter. Gefühlvolle Momente erleben vor allem aber auch die geehrten Radiomacher, wenn sie - den Preis in der Hand - vor Rührung fast vergessen, wem sie als Erstes dafür danken sollen.

Die "heimlichen" Radiomacher

Unter den prominenten Laudatoren des Abends sind einige, die man heute eher mit dem Fernsehen verbindet, deren Karriere aber doch beim Radio begonnen hat. Der neue "Mister Tagesthemen" Thomas Roth etwa, der dem dem Team des NDR 2 Kuriers um Petra Sander und Carsten Schmiester den Preis für die "Beste Nachrichtensendung" überreicht. Auch Helmut Thoma, der Emily Kavanaugh und Johannes Sassenroth von You FM für das "Beste Interview" auszeichnete, startete beim Radio - genau wie Patricia Riekel, inzwischen Chefredakteurin der "Bunte" und heute Laudatorin für die "Beste Reportage".

Zehn Kategorien, zwei Sonderpreise

Insgesamt werden an diesem Abend Radiopreise in zehn Kategorien vergeben. Dazwischen sorgen musikalische Acts wie Cro, Hurts, Sean Paul oder der britische Singer-Songwriter Jamie Cullum für abwechslungsreiche Show-Einlagen - denn wie im Radio gehört auch hier im Schuppen 52 zu einem guten Programm gute Musik.

Besonders emotional wird es, als die zwei Sonderpreise des Beirates verliehen werden. Den einen, den für das "Lebenswerk Radio", überreicht Frank Plasberg an Hans Peter Stockinger. Dieser hat als Mitbegründer, langjähriger Redaktionsleiter und Programmchef von SWF3 Maßstäbe in der deutschen Medienlandschaft gesetzt und viele Radiomacher geprägt.

Der Sonderpreis "Lebenswerk Musik", überreicht von Matthias Opdenhövel, geht an die Band Die Toten Hosen. Die Begründung ist so einfach wie überzeugend: Die Musik der Band wird derzeit am häufigsten im Radio gespielt. Mit ihren Hymnen begeistert die Band um Sänger Campino das Publikum seit Jahren. Und genau das tun die fünf Berufspunker auch, nachdem sie ihren Preis entgegen genommen haben. Und so endet die Gala im Schuppen 52 ungefähr so, wie sie begonnen hat: mit einer Lightshow und einem musikalischen Donnergrollen. "Das ist der Moment" ist der Beitrag der Toten Hosen zu diesem Abend, und das ist er dann auch: Der Moment, in dem die Preisträger und mit ihnen die Nominierten und die gesamte Radiobranche ihre Erfolge feiern.

Stand: 29.07.14 10:56 Uhr