Deutscher Radiopreis 2019: Khatia Buniatishvili im Porträt

Khatia Buniatishvili: "Mit Radio kann man träumen"

Musikerin Khatia Buniatishvili (Pressefoto) © Sony Music / Ester Haase Foto: Ester Haase

Khatia Buniatishvili begeisterte schon früh die Kritiker.

Die großen Konzertbühnen dieser Welt sind ihr Zuhause. Dabei ist Khatia Buniatishvili gerade einmal 32 Jahre alt. Tiflis, Wien, Tel Aviv, Genf, Paris - nur ein paar Orte, an denen die junge Pianistin auf sich aufmerksam machte. Schon mit drei Jahren erhielt Khatia Buniatishvili den ersten Klavierunterricht von ihrer Mutter. Sie galt als sogenanntes Wunderkind. Als Jugendliche prägten Lehrer wie Tengiz Amirejibi und Oleg Maisenberg ihren Stil. Mit Erfolg. Ihre freie und lebendige Interpretation klassischer Werke begeistert die Kritiker.

Pianistin Khatia Buniatishvili während der Verleihung des 10. Deutschen Radiopreises auf der Bühne © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken, dpa

Khatia Buniatishvili: "Chopin - Etüde Nr. 12 op.10."
Mit Khatia Buniatishvili war eine Pianistin der Weltklasse bei der Radiopreis-Gala. Die junge Georgierin präsentierte in der Hamburger Elbphilharmonie ein Stück von Chopin.

Talent mit Auszeichnung

2012 wurde Khatia Buniatishvili als beste Nachwuchs-Künstlerin zum ersten Mal mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Nur vier Jahre später folgte der zweite Preis - dieses Mal für ihre Solo-Leistung am Klavier. Vermutlich weckt auch deshalb der Deutsche Radiopreis bei der jungen Georgierin eine gewisse Begeisterung: "Es wird wahrscheinlich ein wichtiger Moment für diese Menschen, die im Radio arbeiten. Und auch für mich. Wir sind auch Teil vom Radio, weil wir Musik machen", erklärt sie im Interview für den Deutschen Radiopreis.

Bewusstes Hören weckt Fantasie und Emotionen

Obwohl Khatia Buniatishvili längst zu den Besten der Klassikszene gehört, möchte sie ihre außergewöhnliche Begabung nicht in den Mittelpunkt stellen. Ihr geht es in der Musik nicht um "höher, schneller, weiter". Bei ihren Auftritten möchte sie positive Energien freisetzen. Gefühle, die für die junge Pianistin eng mit dem bewussten Hören zusammenhängen: "Einfach Musik zu hören, ohne etwas zu sehen, das ist sehr wichtig. Manchmal konzentrieren wir uns zu sehr auf das, was wir sehen. Unsere Fantasie geht nicht weiter als das, was uns vorgestellt wird - etwa vom Fernsehen. Aber mit Radio kann man viel mehr träumen, denke ich." Entsprechend gerne schaltet Khatia Buniatishvili das Radio ein, wenn sie nicht am Klavier sitzt. Obwohl die Klassik ihre Berufung ist, gibt sie dabei auch Jazz, Rock, Pop und sogar Volksmusik Raum. "Für mich ist Musik etwas, was mich berührt, meine Emotionen konzentriert. Deswegen: Epoche und Genre hat keine wirklich große Bedeutung."

Vorfreude auf die Radiopreis-Gala

Musikerin Khatia Buniatishvili (Pressefoto) © Sony Music / Ester Haase Foto: Ester Haase

Im Frühjahr erschien Khatia Buniatishvilis Album "Schubert".

Am Klavier dagegen konzentriert sich Khatia Buniatishvili nach Chopin und Rachmaninow inzwischen auf die Werke von Franz Schubert. Im Frühjahr setzte sie ihre Komponistenreihe mit einem neuen Album fort. Bei der Radiopreis-Gala in Hamburg präsentiert sie ein Stück von Chopin, Etüde Nr. 12 op.10. Dem Auftritt in der Elbphilharmonie fiebert die Pianistin entgegen. An der Gala reizt sie sowohl die Zusammenarbeit mit den übrigen Rock- und Popkünstlern als auch die spektakuläre Kulisse: "Natürlich ist es eine Ehre, bei dieser großen Show mitmachen zu können. Das Schöne ist, dass internationale Künstler gemeinsam das deutsche Radio feiern. Ich bin stolz, dabei zu sein."

Stand: 25.09.19 23:00 Uhr