Die Atmosphäre ist ausgelassen an diesem Abend in Hamburg: Mehr als 1.000 Gäste sind gekommen, um das Medium Radio zu feiern. Der 17. Deutsche Radiopreis wurde dieses Jahr im Musical Theater an der Elbe verliehen. Erneut hob er den Vorhang für die Menschen, die die Radiowellen jeden Tag mit Leben füllen und aus ihnen einen Begleiter machen, der morgens wachmacht, informiert, unterhält – und immer wieder Überraschungen bereithält.
Zum vierten Mal waren Katrin Bauerfeind und Thorsten Schorn das Dreamteam des Abends. Während Bauerfeind die Zuschauer:innen vor Ort durch die Show führte, kommentierte Schorn die Veranstaltung live im Radio. Souverän, stets mit einem Witz auf den Lippen und höchst unterhaltsam.
Überraschung des Abends: Ein spontaner Videoanruf nach München. Am anderen Ende nimmt Michael „Bully“ Herbig ab, der gerade eine Liveshow spielt – und sich plötzlich und völlig unvorbereitet für den Preis „Beste Sendung“ mit seinem Takeover auf Gong 96.3 bedanken darf.
Doch es wird auch ernst an diesem Abend. In Gedenken an den verstorbenen Moderator Rik De Lisle hält das Publikum inne. Popsänger Rea Garvey war mit „dem alten Ami“ befreundet und widmet ihm, sichtlich gerührt, Worte zum Abschied. Es sei schwer, die richtigen Worte zu finden – „aber nichts zu sagen, ist auch keine Option. Rik tanzte über die Radiogrenzen hinweg.“ Riks Sohn Bill nahm den Ehrenpreis für seinen verstorbenen Vater entgegen.
Rea Garvey, Zah1de und mehr: Musik-Acts sorgen für Highlights
Das Publikum bekommt an diesem Donnerstabend viel geboten: Rock-Legende Peter Maffay singt gemeinsam mit Johannes Oerding „Dir gehört die Welt“ und auch die Electro-Überflieger von Fast Boy, Lucas und Felix Hain aus Berlin, bringen den Saal zum Beben.
Und damit nicht genug – Tiffany Aris präsentiert ihren Song „Vertigo“ und TikTok-Überfliegerin Zah1de sorgt für eine Premiere: Sie ist gerade 16 Jahre alt geworden und damit die jüngste Künstlerin, die je auf der Bühne des Radiopreises gestanden hat. Später erfreut auch Radio-Liebling Rea Garvey seine Fans mit einem Auftritt. Er präsentiert ein Medley aus den drei Songs „Kiss Me“, „Is It Love“ und seiner neuen Single „Rivers“ gemeinsam mit Rapper Imran – und wird dafür mit tosendem Applaus belohnt.
Der 17. Deutsche Radiopreis wird erstmals im Hamburger Musical Theater an der Elbe vergeben. Normalerweise Arbeitsplatz von Benét Monteiro - er spielt die Titelrolle in "MJ - Das Michael Jackson Musical" und eröffnet den Abend mit dem Klassiker "Billie Jean".
Ganz im MJ-Stil betreten dann auch Thorsten Schorn und Katrin Bauerfeind die Bühne. Die beiden führen wie gewohnt durch die Preisverleihung, die dann auch sofort losgeht!
Freuen darf sich der Kopf hinter dem Comedy-Podcast "Barmbek Bump - Prange vs. Rohde": Andreas Altenburg (l.) von NDR 2 gewinnt den Preis, über den sich auch Comedian Bjarne Mädel freut - er lieh zusammen mit Olli Dittrich den Hauptcharakteren die Stimme.
Guten Abend! Susanne Daubner betritt unter tosendem Applaus des Publikums die Bühne. Und sie beschreibt gleich mal einen Unterschied zwischen den Leuten vom Radio und vom Fernsehen: "Mit euch hat man einfach mehr Spaß!"
Susanne Daubner überreicht den Preis fürs "Beste Informationsformat" an Massimo Bognanni und Adrian Breda von WDR 2, die im Podcast "INSIDE CumEx - Jagd auf die Steuer-Mafia" den größten Steuerskandal der deutschen Geschichte verständlich aufbereitet haben.
Peter Maffay und Johannes Oerding bringen demnächst ein gemeinsames Album heraus. "Nashville" erscheint im Oktober - beim Deutschen Radiopreis spielen die beiden gut befreundeten Musiker den Titel "Dir gehört die Welt". Und wir werden sie nochmal wiedersehen...
Erst einmal vergibt Peter Maffay aber den Preis für das "Beste Musikformat". Und zwar an R.SA! Torsten Birenheide ist geehrt, den Preis "aus den Händen einer Legende" zu bekommen. Gemeinsam mit Grit Fischer-Hermann ließ er Hörerinnen und Hörer aus Sachsen Kulthits covern. Diese wurden dann im Programm gespielt und zeigten die ganze musikalische Bandbreite des Bundeslandes.
Melina Sander führte in den vergangenen Monaten das "Beste Interview". In "MILLE MEETS Disarstar" sprach sie mit dem Rapper auf KISS FM über Elternschaft, Straftaten und Selbstfindung.
Chabos wissen, wer Zah1de ist! Und der ganze Saal im Musical Theater an der Elbe weiß es auch: Die 16-Jährige Rapperin ist die jüngste Künstlerin, die jemals beim Deutschen Radiopreis aufgetreten ist. Der Hype ist definitiv real.
"Ich hab noch nie was gewonnen", sagt Taiina Grünzig, nachdem der Preis für die "Beste Reportage" an "Die Lieblingsschülerin" ging - einen Podcast, den Grünzig mit Britta Rotsch umgesetzt hat, die krankheitsbedingt nicht nach Hamburg kommen konnte. Für Deutschlandfunk Nova sprachen sie mit Schülerinnen, die sexuelle Gewalt durch ihre Lehrer erlebt haben.
Und dann erhebt sich der Saal, denn es wird Zeit für den Ehrenpreis. Und der geht posthum an die US-amerikanische Radiolegende Rik De Lisle, der in den 70er-Jahren Moderator beim American Forces Network (AFN) war und danach zahllose Sendungen auf diversen deutschen Sendern moderierte.
Rik De Lisle starb am 30. März in Berlin. Sein guter Freund, Musiker Rea Garvey, erinnert an den Ausnahme-Moderator, der selbst nie so gerne im Rampenlicht stand.
Zwei Kinder von Rik De Lisle sind heute im Publikum. Dessen Sohn Bill beschreibt, er sei "kein Fan von Lob an sich selbst gewesen". Über diesen Ehrenpreis heute würde er sich jetzt aber freuen. Einen großen Applaus des Publikums gibt es außerdem für den kürzlich verstorbenen ehemaligen "Morgenmän" von radio ffn, Franky Schambor.
Hier steht die Zukunft des deutschen Radios. Gleich 15 Nominierte hoffen auf die Auszeichnung als "Beste:r Newcomer:in". Allerdings müssen sie nach ein bisschen Smalltalk mit Katrin Bauerfeind und Thorsten Schorn noch ein wenig Geduld aufbringen...
Denn erst einmal kommt das Duo Fast Boy auf die Bühne! Das Brüderduo Lucas und Felix Hain hat dem Laura-Branigan-Klassiker "Self Control" als "Wave" neues Leben eingehaucht.
Maren Brand (m.) von ANTENNE THÜRINGEN wurde vergangenes Jahr als "Beste:r Newcomer:in" ausgezeichnet und sagt, sie habe durch diesen Preis vor allem noch mehr Selbstbewusstsein bekommen. Der Preisträgerin dieses Jahr raunt sie zu: "Du hast es so verdient".
Und das ist sie! Sina Wende von BAYERN 1 darf sich freuen. Sie gehört zum Moderations-Team der Sportsendung "Heute im Stadion". Mit einem "Ich bin so glücklich gerade" nimmt sie die Trophäe entgegen.
Da guckt Laudatorin Friderike Kempter aber ganz schön seriös. Kein Wunder: Sie hat ja auch eine große Aufgabe vor sich. Schließlich darf sie gleich enthüllen, wer den Preis für die "Beste Programmaktion" in Empfang nehmen darf.
Es sind Malena Stöhler und Tino Tiede von ANTENNE MÜNSTER. In der "Lokalrunde" sendeten die beiden wochenlang aus diversen Lieblingsläden ihrer Hörer:innen in Münster und lieferten dabei authentische und emotionale Geschichten. Stöhler bekräftigt: "Wir wollen nicht Radio für die Menschen machen, sondern Radio mit den Menschen."
Wer Radio hört, kennt höchstwahrscheinlich auch ihre Stimme. Die Newcomerin Tiffany Aris hat mit "Vertigo" gleich einen echten Radiohit gelandet und den performt sie natürlich auch auf der großen Radiopreis-Bühne.
Auftritt Sabin Tambrea: Der Schauspieler überbringt nun die gute Nachricht, wer in der Kategorie "Beste Sendung" gewonnen hat. Und wer kann sich darüber freuen?
Der Preis geht an Matthias Ulrich (r.) von Gong 96.3. Und ein bisschen auch an Mike Thiel, den Morning-Show-Moderator des Senders - ironischerweise aber für eine Sendung, die er gar nicht moderiert hat. Denn einmalig haben Michael "Bully" Herbig und Rick Kavanian die Show wieder übernommen. Beide starteten einst bei dem Sender ihre Karriere.
Nachdem Rea Garvey vorhin schon persönliche Worte an Rik De Lisle gerichtet hat, performt er nun zusammen mit Produzent Imran noch ein paar seiner Hits, darunter auch die mit Gold ausgezeichnete Single "Is It Love?"
Michael "Bully" Herbig hatte an diesem Abend einen Auftritt in München. Aber natürlich ließ es sich Katrin Bauerfeind nicht nehmen, dort hinzuschalten und ihn live mit der Auszeichnung zu überraschen. Was sichtlich funktioniert hat.
Und auch sie kann sich völlig zurecht feiern lassen: "Ich raste raus" ruft HIT RADIO FFH-Moderatorin Evren Gezer ins Publikum. Sie moderiert bei dem Radiosender die Nachmittagssendung "Echt Evren" und erhält dafür die Auszeichnung als "Beste:r Moderator:in" von Laudator Thorsten Schorn.
Zum Abschluss des Abends wird Johannes Ording noch einmal mit Peter Maffay auftreten. Doch zuerst hält er die Laudatio auf die gemeinhin wichtigste Sendung eines Radiosenders: die Primetime, das Aushängeschild, die "Beste Morgensendung".
Und die läuft auf 1LIVE vom WDR! Jule Blaase und Celina Pagel erhalten die Auszeichnung für die beste Morningsendung des zurückliegenden Jahres. "Pegel und Blaase können wild und verspielt, ohne künstlich überdreht zu wirken, und bringen damit eine mitreißende Energie über den Sender", urteilt die Jury.
So ein Radiopreis ist nicht lang. Die zweieinhalb Stunden in Hamburg vergingen wieder wie im Flug. Und "Ein Leben lang ist nicht lang" bekräftigen Peter Maffay und Johannes Oerding noch in ihrem Song zum Abschluss dieser Preisverleihung. Damit kann die Aftershowparty so langsam beginnen...
Aber erstmal noch alle freundlich lächeln: Alle, die heute auf der Bühne singen, eine Laudatio halten, moderieren oder einen Preis bekommen haben, dürfen natürlich auf dieses Gruppenphoto. Eine weitere Erinnerung an einen unvergesslichen Abend.
Inmitten der Musik-Acts kamen natürlich auch die Jury-Entscheidungen nicht zu kurz. Den Preis in der Kategorie „Beste Morgensendung“ räumen in diesem Jahr Jule Blaase und Celina Pegel von 1LIVE ab, feierlich überreicht von Laudator Johannes Oerding. Ihre Show „1LIVE Pegel und Blaase“ lebe von einer besonderen Chemie: „Anarchisch genug, um die Atmosphäre eines spontanen, ungefilterten Freundinnen-Plausches zu vermitteln; gleichzeitig so professionell, dass die Relevanz der Inhalte nie auf Kosten der Lockerheit geht“, findet die Jury. Mit ihrer mitreißenden Energie hätten Blaase und Pegel die fünf frühen Stunden ihrer Show authentisch, frisch und nahbar zu ihrem eigenen Ding gemacht.
Evren Gezer bekommt Preis als „Beste:r Moderator:in“
Evren Gezer von HIT RADIO FFH ist die beste Moderatorin.
Thorsten Schorn schlüpft kurzerhand von der Rolle des Moderators in die Rolle des Laudators und zeichnet Evren Gezer von HIT RADIO FFH aus: In der Kategorie „Beste:r Moderator:in“ sahnt sie den heiß begehrten Preis ab. „Evren Gezer ist eine Radio-Moderatorin, wie man sie sich wünscht. Sie geht ganz natürlich mit ihren Hörerinnen und Hörern um, sie zeigt Ecken und Kanten – lange bevor die Branche angefangen hat, genau danach zu suchen“, begründet die Jury ihre Entscheidung. In Istanbul geboren, in Hessen zu Hause, habe Gezer alles, was exzellentes Radio braucht: Haltung, Herz und Persönlichkeit.
Sina Wende wird „Beste:r Newcomer:in“
Herausragendes Nachwuchstalent: Sina Wende erhält den Preis in der Kategorie „Beste:r Newcomer:in“.
Von der versierten TV-Sportjournalistin zur prägenden neuen Stimme im Radio innerhalb kürzester Zeit: Das ist der beeindruckende Weg von Bayern-1-Moderatorin Sina Wende. „Eine dreistündige Live Bundesliga-Show im Radio ohne Vorerfahrung als Hauptmoderatorin zu führen, erfordert höchste Spontaneität, schnelles Reaktionsvermögen und fundierte Fachkenntnis. Mit ihrer mitreißenden Art, ihrer Fachkompetenz und ihrer natürlichen Nähe zum Publikum ist sie eine echte Bereicherung für die Hörfunklandschaft“, so die Grimme-Jury. Überreicht wurde ihr der Preis als „Beste:r Newcomer:in“ von Maren Brand, der Gewinnerin des letzten Jahres.
Es war ein außergewöhnlich runder Abend in Hamburg, den besonders die lockere Stimmung prägte: Es wurde gelacht, geklatscht – und ausgelassen getanzt.