Gala-Probe: Auf der Welle des Orchesters

Gala-Probe: Auf der Welle des Orchesters

Wie aus dem Nichts kommen die ersten Töne, ganz allmählich baut sich der Orchestersound zu einem ergreifenden Klangteppich auf. "Wir sind der Nebel, lasst uns noch etwas mehr Nebel produzieren", lacht Miki Kekenj, Arrangeur und Leiter des Ensembles der NDR Radiophilharmonie, das gerade in Hannover für die Gala des Deutschen Radiopreises probt. Auf der Bühne des Großen Sendesaals sind 14 Musiker der NDR Radiophilharmonie versammelt. Vorab proben sie erst einmal allein, noch ohne Johannes Oerding und Wincent Weiss, mit denen sie am Donnerstag bei der Gala in der Hamburger Elbphilharmonie gemeinsam auftreten werden.

Gala 2017

Gänsehautmomente bei Radiopreis-Probe

Zwei Welten verbinden

Für den Arrangeur Miki Kekenj, der die drei Songs "Kreise" von Johannes Oerding, "Ist da jemand" von Adel Tawil und "Musik sein" von Wincent Weiss zusammengestellt und für das Kammerensemble arrangiert hat, ist es wichtig, beide Welten geschickt zu verbinden: "Für das Ensemble muss ich klassisch schreiben, für die Sänger auch so, wie sie es gewohnt sind. Wir führen zwei grundverschiedene Genres zusammen." Gern baue er für die klassischen Musiker auch mal Anspielungen an bekannte Stücke wie Ravels "Bolero" ein, verrät er augenzwinkernd.

Fein abgestimmte Arrangements

Die Orchestermusiker sind zwar erfahren in Sachen Crossover, aber jede Besetzung und jeder Sänger erfordert eine neue musikalische Perspektive. Ganz begeistert sind sie von den gut spielbaren Arrangements. "Die ausgewählten Titel sind für klassische Musiker sehr gut zu realisieren, sie kreisen ja sogar thematisch um Musik. Sehr schön finde ich an den Arrangements, dass Miki Kekenj eine ganz eigene Handschrift hat", erklärt die Flötistin Heike Malz. Für sie ist es auch ungewohnt, mit Tonabnehmer zu spielen: "Das wird dann auch akustisch spannend. Insgesamt ist das sicherlich eine Herausforderung für alle."

Gänsehaut garantiert

Die Spannung steigt, als endlich die Sänger Johannes Oerding und Wincent Weiss die Bühne betreten. Alle drei Songs gehen direkt ineinander über, so dass vor allem die Übergänge geprobt werden müssen. Auch an der Klangverteilung, der Ausgewogenheit des Sounds, wird noch gefeilt.

Wincent Weiss, Johannes Oerding und Musiker der NDR Radiophilharmonie © NDR / Amrei Flechsig Foto: Amrei Flechsig

Wincent Weiss und Johannes Oerding singen sich für die Gala warm.

Musikalisch finden sie erstaunlich schnell zueinander, auch wenn es gerade für die Sänger mit dem Orchester eine neue Welt ist. "Man muss versuchen, die Welle des Orchesters auch mit aufzunehmen und sich gegenseitig zu ergänzen, dass es ein großes Ganzes wird", meint Johannes Oerding. "Ich finde, es ist fantastisch arrangiert und man kann sich gar nicht davor drücken, eine Gänsehaut zu bekommen. Der Streichersound, überhaupt das Orchester sorgt dafür, dass da etwas passiert, Knöpfe gedrückt werden, die ein schönes Gefühl auslösen." Wincent Weiss schwärmt von dem besonderen Miteinander und ist voller Vorfreude auf den Auftritt in der Elbphilharmonie: "Mit Orchester bekommt das natürlich ein ganz anderes Gesicht. Das wird richtig groß!"

Erfüllung eines Wunschtraums

Auch das Ensemble der NDR Radiophilharmonie blickt gespannt auf den großen Auftritt bei der Gala am Donnerstag. Für die Geigerin Kristina Altunjan erfüllt sich sogar ein Wunschtraum: "Als ich noch Kind war, fand ich es faszinierend, diese Art von Musik im Fernsehen zu erleben. Ich habe immer davon geträumt, bei so einem Popmusik-Event Geige zu spielen, vielleicht war das sogar der Grund, warum ich überhaupt Geige gelernt habe. Dass sich mein Traum nach so vielen Jahren nun erfüllt, ist wirklich toll."

Die Gala zur Verleihung des Deutschen Radiopreises können Sie am Donnerstag, den 7. September ab 18.30 Uhr hier auf der Seite des Deutschen Radiopreises live miterleben.

Stand: 05.09.17 11:12 Uhr